
Der Römer – ein traditionelles Trinkgefäss
Der Römer ist ein traditionelles Trinkgefäss für Wein, das sich im 16. Jahrhundert aus dem sogenannten Berkemeyer entwickelte und im 17. Jahrhundert in Deutschland und den Niederlanden weit verbreitet war. Der Berkemeyer, ein Trinkgefäss aus Waldglas mit konischer Kuppa und einem mit Nuppen besetzten Schaft, gilt als Vorläufer des Römers (vgl. Stillleben mit grossem Berkemeyer und goldener Taschenuhr, Kunsthaus Zürich).
Charakteristisch für den Römer sind die bauchige Kuppa, der gerippte Fuss und der dicke, hohle Schaft, der mit kleinen Glasnuppen – sogenannten Beerennuppen – besetzt ist. Die Nuppen waren nicht nur dekorativ: Da man beim Essen häufig mit den Händen ass, boten sie zusätzlichen Halt, wenn die Finger vom Essen fettig waren.
Das für die Herstellung verwendete Waldglas erhielt durch den natürlichen Eisengehalt des Sandes seine charakteristische grünliche Färbung. Hergestellt wurde es in Waldglashütten nördlich der Alpen, wo Holz sowohl als Brennstoff für die Öfen als auch zur Gewinnung der für die Glasherstellung benötigten Pottasche diente.