Ein Künstleratelier

künstler:
Willem Cornelisz. Duyster und Pieter Claesz
(1599-1635 und 1597/98-1660)
datierung:
nach 1630
technik:
Öl auf Holz
maße:
76 x 122 cm

Im Zusammenspiel zweier Künstler

Das Atelierbild ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zweier Künstler. Rechts steht ein Maler, vermutlich mit einem Auftraggeber. Links vom Künstler sind schwach die Spuren einer Staffelei zu erkennen, die später übermalt wurde. Willem Cornelisz. Duyster hat die Figuren, den Raum und den Teppich gemalt und seine Unterschrift auf der Armlehne des Stuhls mit dem sitzenden Herrn angebracht.

Das Stillleben in der linken Bildhälfte ist Pieter Claesz zugeschrieben, wurde von ihm aber nicht signiert. Verschiedene Gegenstände sind auf dem Boden und einem Tisch verteilt: Musikinstrumente, eine Palette mit Pinsel, Rüstungsteile und Degen, Bücher, Graphiken und ein Gipsabguss der Badenden Venus des flämischen Künstlers Jean Boulogne, genannt Giambologna. Die Darstellung des Ateliers wird so selbst zu einer Reflexion über die Kunst und ihre unterschiedlichen Ausdrucksformen.

Zwischen den Gegenständen verbirgt sich ein Schädel, der teilweise von einem Skizzenbuch verdeckt wird. Als Vanitas-Symbol erinnert er daran, dass auch die Kunst die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens nicht aufheben kann. Zugleich steht sie in einem spannungsvollen Verhältnis zur Vergänglichkeit: Was der Mensch schafft, kann über sein eigenes Leben hinaus Bestand haben.

Film Tipp

Einfluss auf andere Künstler: Mit wem hat Claesz zuammengearbeitet und wen hat er beeinflusst?