
Nüsse, Genuss und Gefahr
Dieses Stillleben ist ein besonders frühes Beispiel für Claesz’ malerisches Geschick und sein Gespür dafür, Oberflächen und Materialien so differenziert darzustellen, dass die Gegenstände in ihren Einzelheiten natürlich, ja täuschend echt erscheinen und gleichsam zum Zugreifen auffordern. Doch nicht nur Schönheit und Pracht werden in diesem Stillleben verhandelt. Die kostbare Taschenuhr und der liegende Silberbecher verweisen zugleich auf die Vergänglichkeit alles Irdischen. Als Vanitas-Symbole erinnern sie daran, dass Reichtum und Besitz ebenso wie der Augenblick des Genusses dem Lauf der Zeit unterworfen sind. Auch die Nüsse lassen sich in diesem Zusammenhang deuten. Ein lateinischer Spruch bringt ihre ambivalente Bedeutung auf den Punkt: Unica nux prodest, nocet altera, tertia mors est – (Eine Nuss nützt, die zweite schadet, die dritte ist der Tod).