Stillleben mit Glaspokal

künstler:
Pieter Claesz
(um 1598-1661)
datierung:
1642
technik:
Öl auf Holz
maße:
50,2 x 68,5 cm
Hierbei handelt es sich um das Gemälde „Stillleben mit Glaspokal“. Es zeigt einen gefüllten Glaspokal, ein weiteres gefülltes Glas, angebrochenes Brot sowie Fisch, Wurzelgemüse und Nüsse auf einer Tischplatte. Das Tischtuch rutscht über die Tischkante und bedeckt nur die halbe Platte. Der Hintergrund ist braun.

Einfachheit in Grau und Ocker

Hering mit Zwiebeln, Brot und Bier bilden eine einfache niederländische Mahlzeit, ein sogenanntes «onbijt». Der Begriff bezeichnete zu Pieter Claesz’ Zeit nicht nur das Frühstück, sondern einen leichten Imbiss, der zu jeder Tageszeit eingenommen werden konnte. Bier war ein alltägliches Getränk, nicht zuletzt, weil Trinkwasser häufig von schlechter Qualität war. Auch Hering gehörte zu den Grundnahrungsmitteln der niederländischen Bevölkerung und spielte zudem als Fastenspeise eine wichtige Rolle. Er wurde in grossen Mengen gefangen, noch auf See gesalzen und dadurch haltbar gemacht.

Salz war daher für die Fischerei, aber auch für die niederländische Wirtschaft insgesamt von zentraler Bedeutung. Es wurde zudem zur Konservierung von Fleisch und Speck sowie für die Herstellung von Butter und Käse benötigt. Da die heimischen Salzvorkommen nicht ausreichten, importierten die Niederlande Salz aus verschiedenen Regionen Europas und später auch aus Übersee. Hinter dem unscheinbaren Hering auf dem Tisch steht damit ein weit verzweigtes Handels- und Wirtschaftsnetz, das wesentlich zum Aufstieg der Niederlande als Seemacht beitrug.

Film Tipp

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