
Die Kunst hält fest, was vergeht
Der Begriff Vanitas-Stillleben leitet sich vom lateinischen Wort vanitas ab, was so viel wie leerer Schein und Eitelkeit bedeutet. Solche Stillleben erinnern unmittelbar an die Vergänglichkeit des Lebens und die Flüchtigkeit alles Irdischen.
Auf dem Tisch liegen eine Violine, eine Tanzmeistergeige (Pochette), Bücher, ein Spiegel, eine Sanduhr, ein Gefäss mit Kohlen und ein Totenkopf. Im 17. Jahrhundert spielten Bücher eine wichtige Rolle, Wissen vor dem Vergessen zu bewahren. Die Instrumente stehen für Musik, deren Klang schnell vergeht. Der Spiegel verweist auf Eitelkeit und Selbstbetrachtung, während Sanduhr und Totenkopf unmissverständlich an die verrinnende Lebenszeit und den Tod erinnern.
In der Verbindung dieser Gegenstände wird die Grundstimmung des Barockzeitalters sichtbar: Alles ist flüchtig, nichts beständig. Zugleich eröffnet das Gemälde eine paradoxe Perspektive. Denn gerade die Kunst vermag das Vergängliche festzuhalten. So erinnert das Stillleben an das antike Sprichwort Vita brevis, ars longa (Kurz ist das Leben, lang währt die Kunst).